Schulgeschichte

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Schulgeschichte 2018-01-11T13:31:28+00:00

Geschichte der Schulen in Lohkirchen, Oberbergkirchen, Schönberg, Zangberg

Schulgeschichte Lohkirchen

Im Jahr 1558 ist in einem Visitationsbericht erstmals eine bereits bestehende Schule in Lohkirchen erwähnt. Oft oblag dem jeweiligen Mesner die Aufgabe des Lehrens, wie im Jahr 1689 dem Mesner Engelhardt Paulus. Der Mesner lehrte in seiner Wohnstube den Kindern ein bisschen Lesen, Schreiben, Rechnen und vor allem den Katechismus.
Im Jahr 1771 wurde in Bayern die allgemeine Schulpflicht eingeführt. Bartholomäus Lunginger, war von 1765 bis 1814 Lehrer in Lohkirchen. Er unterrichtete 1765 im Sommer 20, im Winter 3 Schulkinder. 1775 besuchten 48 Kinder bei ihm den Unterricht und 1808 bereits 60 Kinder.
Nach dem Tod Lungingers wurde von 1814 bis 1828 Josef Stangl Dorflehrer.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts übernahm die im Entstehen begriffene politische Gemeinde Lohkirchen die weltliche Schulaufsicht. Die Gemeinde wollte ein Klassenzimmer an das Mesnerhaus anbauen, aber es fehlten die finanziellen Mittel. Da sprang die Gemeinde Weilkirchen, eine Filiale der Pfarrei Lohkirchen mit einem Darlehen ein und so konnte 1810 das Klassenzimmer errichtet werden.
1837 konnte die Gemeinde das Schul- und Mesnerhaus käuflich erwerben. Es ist unklar, ob das Schulhaus 1837 grundlegend renoviert oder völlig neu gebaut worden ist. Jedenfalls liegen aus diesem Jahr Baupläne vor. Der Stadel an der Ostseite des Schulgebäudes wurde 1893 zu einem zweiten Klassenzimmer mit darüberliegender Wohnung ausgebaut.
1920 ließ die Gemeinde die Schule mit elektrischem Licht ausstatten. Nach häufigem Wechsel bei den Schulleitern übernahm Johann Nadler von 1921 bis 1945 die Stelle des Schulleiters.
Die nächsten Jahre wechselte das Lehrpersonal häufig und über viele Jahre hinweg konnte nicht voll unterrichtet werden.
In dieser Zeit wurde Rudolf Ludwig aus Schlesien als Lehrer angestellt.
Im Sommer 1960 begannen die Bauarbeiten für ein drittes Klassenzimmer. Der Unterricht fand vorübergehend im Gasthaus Stürzer statt. Am 4. November 1960 wurde das neu gestaltete Schulhaus feierlich eingeweiht. Doch schon ein Jahr später wurde wegen Lehrermangels die dritte Lehrstelle gestrichen und das neue Klassenzimmer wurde als Turnraum genutzt.
Im September 1964 übernahm Josef Spötzl die Schulleitung. Lehrer Ludwig trat in den Ruhestand und wurde am 17. Oktober 1964 feierlich verabschiedet.
Durch die Rechtsverordnung über die Neugliederung des Volksschulwesens in Bayern löste man am 1. August 1969 die Volksschule Lohkirchen auf. Die Grundschüler wurden Schönberg und die Hauptschüler Neumarkt. St. Veit zugeordnet. Mit Beginn des Schuljahres 1981/82 wurde dem Schulverband auch die Volksschule Egglkofen angeschlossen. Nur noch zwei Grundschulklassen werden heute im Lohkirchener Schulhaus unterrichtet. Schulbusse kutschieren seither die Schulkinder über das Land. Es gibt keine ortsansässigen Lehrkräfte mehr. Auch wenn der Lehrer nie zu den wohlhabenden Leuten im Dorf gehörte, so war er doch geachtet und von den Kindern oft gefürchtet. Er war eine Institution in der Gemeinde gewesen, die das dörfliche Leben bereichert hat.

 

Schulgeschichte Oberbergkirchen

Von Lehrern und Schulhäusern

Schon lange vor der 1. schriftlichen Erwähnung gab es vermutlich in Oberbergkirchen Lehrer. Erstmals 1640 wurde in den Urkunden ein Christoph Wendlinger genannt, als Mesner und Schulmeister. Im 18. Jahrhundert bemühten sich die Weyerer, „den Kleinen Lesen und Schreiben, ein wenig Rechnen und den „Unterricht“ beizubringen.“

Von 1755 – 1805 wirkte der Maler Franz Weyerer hier als Mesner und Lehrer. Zu dieser Zeit diente ein Raum im Privathaus des Lehrers als Schulzimmer.
Foto mit Fräulein Irmgard Bauer, Lehrerin von 1953 – 1960
Das Anwesen des Franz Weyerer stand am Platz des späteren Schulhauses – dem jetzigen Rathaus.

Von 1805 – 1840 war Johann Georg Ewinger als Lehrer, Mesner und Organist hier tätig. 1840 ersteigerten die Gemeinden Oberbergkirchen und Irl das Gütl samt 7,5 Tagwerk Grund. Ihm folgte Lehrer Josef Reilhofer von 1840 – 1870. In dieser Zeit, um 1850 wurde erstmals ein Schulhaus in Oberbergkirchen gebaut. Dieses Schulhaus diente über 100 Jahre und wurde danach zum heutigen Rathaus umgebaut. Zur Schule gehörte damals auch eine Landwirtschaft. Das Schulhaus hatte ein Klassenzimmer, eine Lehrerwohnung mit 5 Zimmern und einen kleinen Stall.

Von 1871 – 1880 unterrichtete der Lehrer Alois Endter und von 1880 – 1881 Martin Streidl. Die Schülerzahlen stiegen an. Um 1880 wurde das erste Schulhaus um ein weiteres Klassenzimmer und um das Zimmer für den Hilfslehrer vergrößert. Mit dieser Erweiterung wurde auch eine 2. Lehrerstelle geschaffen. Ein großer Zeitsprung: 1947 kam dann eine 3. Lehrerstelle hinzu. Von 1947 – 1956 und wieder ab 1969 gab es 4 Lehrerstellen.

Anfang 1949 mietete die Gemeinde für die IV. Klasse, (7. und 8. Jahrgang) das kleine Häuschen auf dem Berg (hinter dem heutigen Meisterwirt) als weiteres Schulhaus.

In der Schulchronik wird das Schulhaus auf dem Berg begeistert beschrieben:
11. Januar 1949
„Der neue Raum ist hell und freundlich. 9 Tische und Bänke, 4 Schulbänke, der Schreibtisch des Bürgermeisters als Pult und 2 Tafeln …, der Kasten für die Schuleinrichtung und ein Harmonium bilden das Inventar. Ein Ofen in der Mitte des Raumes heizt gut. Die Wände sind mit Heraklith ausgekleidet. Die Aborte sind reinlich und zweckmäßig.“
Von 1912 – 1945 unterrichtete der „Hauppe“ (= Hauptlehrer) Lehrer Johann Fischer. Als historischer Erzähler ist er über die Grenzen Oberbergkirchens bekannt geworden. Als Heimatforscher schrieb er die „Gemeindechronik“ und die „Schulgeschichtlichen Aufzeichnungen“, die bedeutsam sind als Quelle für die Oberbergkirchener Geschichte der Jahre 1912 – 1945.

Über einen Zeitraum von 34 Jahren ist der Name Adolf Bömerl mit der Oberbergkirchner Schule verbunden. Von 1936 – 1946 hatte er die 2. Lehrerstelle inne und von 1948 bis zur Schulreform 1970 leitete er die Schule. In seine Amtszeit fällt der Bau des Schulhauses an der Hofmark 11. 1963 wurde es fertiggestellt. Es hatte drei geräumige Klassenzimmer, einen Werkraum, eine Schulküche, ein Büro und einen Pausehof. Heute befindet sich in dem ehemaligen Schulhaus die Druckerei Lanzinger.

Texte von Klara Maria Seeberger. Sie war von 1970 bis 2006 in Oberbergkirchen Lehrerin.

Ende 2006 erscheint das Heimatbuch von Oberbergkirchen „Hofmarksherrn und Bauersleut“. Darin wird ein umfassendes Kapitel der Geschichte der Schule gewidmet.

Schulgeschichte Schönberg

Die Schulgeschichte Schönbergs lässt sich bis in die Zeit nach dem 30-jährigen Krieg zurückverfolgen.
Hanns Hofer oder Johannes, wie er später meist genannt wurde, versah neben dem Mesner- auch den Schuldienst. Heinrich Held zitiert ihn in seiner noch so wenig ausgeschöpften Geschichte des altbayerischen Volksschulwesens. Nach den Garser Visitationsprotokollen war er im Jahre 1702 bereits 39 Jahre im Dienst; während er als Mesner von Pfarrer im Einvernehmen mit dem Landgericht zu Neumarkt aufgestellt worden war, hatte ihn der Pfarrherr als „Schulmeister“ aus eigener Machtvollkommenheit einsetzen können. Wie weit die Vorbildung des Hofer ging, wie es mit dem Schulhalten aussah, vermögen wir im Augenblick nicht zu sagen. Vielleicht lässt uns ein günstiger Quellenfund einmal noch etwas mehr darüber berichten. Aus den Sterberegistern von Schönberg ersehen wir, dass Hofer an dem reichen Kindersegen, der ihm von seiner Hausfrau Margarethe beschieden war, nicht viel Freude haben sollte. Fast Jahr für Jahr ( seit 1664 ) musste der Mesner Hofer ein Kindlein, das kaum das Licht der Welt erblickt hatte, auf den Gottesacker tragen lassen – ein betrübliches Bild von der Säuglingssterblichkeit auf dem Lande dazumalen.

So kam es denn wohl auch, dass er letztlich keinem leiblichen Erben seinen Mesnerdienst übertragen lassen konnte. Als er im März 1715 die Augen für immer schloss, ward der bisherige „Mesnerknecht“ Sebastian Hofer – auch Hoferer genannt, wie in Zukunft die Familie sich dann schrieb – , wohl wenigstens ein Verwandter als Mesner von Seiten des Landesgerichts in Neumarkt wie des Pfarrherrn von Schönberg eingesetzt. Das im April des genannten Jahres vor dem Landrichter aufgenommene Protokoll hat sich bis auf den heutigen Tag erhalten ( Kreisarchiv München: Briefprotokolle, Landgericht Neumarkt, Band 20 ). Musste doch der neuaufziehende Mesner gegenüber dem Gotteshaus St. Michael zu Schönberg zwei Bürgen stellen für den Fall, dass er sich hinsichtlich der ihm anvertrauten Kirche der Paramente oder sonstiger Geräte etwas zuschulden kommen ließe. Jakob Wimber von Unterweinbach und Sebastian Mayer von Geretsham erklärten sich dazu bereit. Das Mesneranwesen aber musste er um 250 fl. in bar von den Erben seines Vorgängers käuflich erwerben. Auch hier geschah der Abschluss des Kaufvertrags vor dem Landrichter zu Neumarkt.

Im April 1744 vestarb Sebastian Hoferer im Alter von 68 Jahren, auf dem Gottesacker zu Schönberg fand er seine letzte Ruhestätte. Zwei Jahre zuvor war schon die Mesnerin Maria Hoferer, geborene Senftl, 62- jährig aus dem Leben geschieden. Ihr Sohn Adam Hoferer übernahm den Schul- und Mesnerdienst zu Schönberg. 1761 wurde ihm seitens der kurfürstlichen Regierung zu Landshut „wegen Haltung der Schul“ eine Gehaltsaufbesserung von 8 fl. aus dem Vermögen der Tochterkirche von Unterweinbach gewährt, nachdem die dortigen Kinder auch nach Schönberg zur Schule zu gehen hatten. Im gleichen Jahre wird Hoferer in dem Conskriptionslisten des Landgerichts Neumarkt als Inhaber einer Herdstätte aufgeführt. Auf seine alten Tage musste er es erleben, dass zunächst seine Schwiegertochter und dann deren Ehewirt, sein Sohn und Erbe Sebastian Hoferer, der in Neumarkt sich als Leinenweber niedergelassen und das dortige Bürgerrecht erlangt hatte, 1772 bzw. 1773 vor ihm ins Grab sanken. Als Adam Hoferer am Bartholomäustag 1774 seine müde gewordenen Augen für immer schloss, gab der damalige Pfarrherr von Schönberg – von Mitleid getrieben, wie die Garser Visitationsprotokolle vermelden – dem noch nicht 14-jährigen elternlosen Enkel Sebastian Hoferer den Schul- und Mesnerdiest gegen die Verpflichtung zum Unterhalt eines Adestanten, also einer Aushilfskraft. 1781 am 12. Mai erfolgte sodann die eigentliche Anstellung vor dem Landgericht Neumarkt, nachdem Sebastian Hoferer bislang den Mesnerdienst und die Schulhaltung „gut und fleißig versehen“ hatte, wie Pfarrer Johann Michael Wallner unterm 10. Mai eigens testiert hatte. Freilich „zur besseren Haltung des Kirchendienstes und Versehung der Schule“ musste der nunmehr 20-jährige Hoferer sich weiterhin zunächst einen Adestanten halten.

Der Schulunterricht zu Schönberg scheint damals zur Befriedigung der vorgesetzten Stellen ausgefallen zu sein, wie die einschlägigen Protokolle berichten. Die Eltern schickten ihre Kinder fleißig zur Schule und vom Schulmeister heißt es, er sei zwar noch jung, doch dies werde ja noch besser werden.

Sebastian Hoferer starb Anfang März 1797, nur 36 Jahre alt, unter Hinterlassung mehrerer unversorgten Kinder. Zwei Söhne wurden Schullehrer: der ältere namens Alois ( geb. 9.6.1784 ) ging zunächst nach Ebing bei Mettenheim, wo er von 1806 – 1814 als Lehrer und Mesner tätig war und nebenbei noch das Weberhandwerk ausübte, um späterhin in Haunzenbergersöll den Schuldienst abzuhalten, während sein jüngerer Bruder Kaspar ( geb. 4.1.1786 ) 1802 als Sechzehnjähriger vom kurfürstlichen Schuldirektorium als Schulprovisor in Schönberg angestellt und im September 1807 dann endgültig als Schullehrer, Mesner und Organist eingesetzt wurde. Von Kooperator Andreas Zellhuber hatte er seine Ausbildung im Schuldienst erhalten. Volle 57 Jahre übte er nun in Schönberg diese Dienste aus; in den letzten vier Jahren von 1855-59 war ihm ein Schulgehilfe beigegeben, dem er neben der Verpflegung noh 50 fl. Jahresgehalt von seinem sowieso recht bescheidenen Einkommen reichen musste. Seine zahlreiche Kinderschar brachte es mit sich, dass Hoferer oft mehr seinem Erwerb, der Hausweberei und einer bescheidenen Landwirtscheft denn seiner Schulpflicht nachging. 1833 kam es deswegen zu einer ernstlichen Mahnung des damaligen Distriktschulinspektors Pfarrer Krempelsetzer von St. Veit. Freilich der Schulbetrieb litt auch darunter, dass die Eltern ihre Kinder oft zur Verrichtung häuslicher Arbeiten daheim behielten. 1836 musste Lehrer Hoferer abermals ermahnt werden; er hätte auch an den „abgewandelten“ ( abgeschafften ) Feiertagen Schule zu halten und dürfte sich im übrigen beim Unterricht nicht einfach durch seinen völlig ungeeigneten Sohn Clemens vertreten lassen. Daneben stehen Klagen über die Unzulänglichkeit der Schönberger Schulräume, die diesen Namen gar nicht verdienten.

1841/1842 kam es sodann zum Neubau ds Schul- Mesnerhauses aus den Mitteln der Kirchenstiftung wie der Gemeinde; es ist dies das alte Schulhaus, zu dem 1885 noch ein Anbau durch die Gemeinde erstellt wurde.

1857 wurde Lehrer Hoferer mit der Ehrenmünze des Ludwigs-Ordens ausgezeichnet. Die Visitationsprotokolle der Distriktsschulinspektion hatten während der letzten Jahre seiner Amtstätigkeit immer wieder stereotyp gemeldet, wenngleich der Schullehrer an Jahren schon weit vorgerückt ist, so ist doch seine Lehrmethode noch gut. Dreieinhalb Jahre, nachdem Kaspar Hoferer den Schuldienst abgegeben hatte, segnete er das Zeitliche. An der Friedhofmauer von Schönberg unmittelbar beim Mesneranwesen befindet sich heute noch sein Grabstein. „Kinder betet für ihn“ lautet die Schlusszeile. Kaspar Hoferer war der letzte Lehrer von Schönberg aus dieser Familie.

Mehrere Urkunden aus dem Schularchiv weisen daraufhin, dass die Lehrer mit dem Schulgeld nicht ihren Lebensunterhalt bestreiten konnten, sondern darüber hinaus auch noch auf die Einkünfte aus dem Mesnerdienst, ihrem Handwerk, der Gemeindeschreiberei, sowie der Landwirtschaft angewiesen waren. Unter welchen Verhältnissen die Schüler unterrichtet wurden, geht aus der Tatsache hervor, dass der Unterricht in der Küche des Mesners zwischen Ofen und Webstühlen abgehalten wurde.

Grundverhältnisse der Schule

Auf das Drängen des Lehrers Kaspar Hoferer hin, die Schulverhältnisse zu verbessern, veranlasste H.H. Deka Meyer eine Schenkung von 12 Dezimal Grund für den Bau des ersten Schönberger Schulhauses. Weiteren Grund stellte die Kirche für den Erweiterungsbau der durch Pfarrer Forstmeier im Jahre 1867 ein Dezimal und 1882 zwei Dezimal zur Verfügung. Damit wurden jedoch die Besitzverhältnisse immer unübersichtlicher. Grund und Baugeld stellte die Kirche zur Verfügung, Hand und Spanndienste leistete die Gemeinde. Beim Anbau stellte die Kirche den Grund und die Gemeinde trug die Kosten.

Für den Bau einer Holzlege und eines Waschhauses wurden 1887 weitere drei Dezimal und 1898 acht Dezimal von der Kirche zur Verfügung gestellt und von der Gemeinde erworben. Beim Bau der neuen Kirche wurde für den Lehrergarten, der an den Friedhof anschloss, ein neuer Garten mit 9 Dezimal an die Gemeinde überschrieben. Als 1961 mit dem Bau des neuen Schulhauses begonnen wurde, geschah dies auf dem Pachtgrund der Kirche. Eine Bereinigung der Grundstücksverhältnisse konnte erst mit der Flurbereinigung erfolgen. Die Grundflächen für das alte Schulhaus, das neue Schulhaus, sowie den Turnplatz erhielt die Gemeinde 1977 zugesprochen.

Bei den Verhandlungen in der Gemeinde zeigte es sich, dass alle Bauten nur durch Zusagen der Kirche in Bezug auf Grund und Boden möglich wurden. In diesen Verhandlungen traten immer wieder urkundlich einige Bauerngeschlechter in Erscheinung. Als Bürgermeister und Gemeinderäte setzten sich Bauern vom Roschpenhof aus Gehertsham, von Groislmühl, vom Stengbauernhof, vom Kohl in Hanging und von Öd tatkräftig für die Belange der Schule ein.

Schüler – Schule – Schulleiter

1864 wurden die Schüler der Ortschaften Oberweinbach in die neu entstandene Volksschule Haunzenbergersöll eingesprengelt. 1871 wurde, um weitere Anbauten an den Schulen Schönberg, Oberbergkirchen und Seifriedswörth zu vermeiden und die Schulwege der Kinder zu verkürzen, ein Schulverband Aspertsham ins Leben gerufen. Mit Regierungsentscheidung vom 3.1.1871 wurden gegen den Willen der Erziehungsberechtigten die Kinder der Orte Kinning, Dolling, Berging, Fuchshub und Asenreuth in den neuen Schulverband eingegliedert.

Trotzdem wurde auf Grund der steigenden Schülerzahlen die Schönberger Schule zweiteilig. Die Geschicke dieser zweiteiligen Schule wurden geleitet von den Schulleitern:

1859 – 1889 Johann Dempf
1889 – 1897 Dubellier
1898 – 1905 Weitl
1906 – 1912 Lipp
1913 – 1924 Bub
1925 – 1931 Sebastian Huber
1932 – 1950 Karl Bauer
1951 – 1990 Helmut Rasch

Schon aus dem Jahre 1936 stammte der Plan eines Schulhausneubaues, weil erkannt worden war, dass die dumpfen Klassenzimmer mit ihrer ungenügenden Beleuchtung und Beheizung, sowie die gefährliche Straßenlage der Schule sehr schlechte Voraussetzungen für einen gedeihlichen Unterricht waren. Leider zerstörte der Krieg die Verwirklichung dieser Pläne.

Welche Verbundenheit Elternhaus und Schule zusammenschloss, beweist die Geschichte der Schulkreuze. Als diese auf Anordnung des Kreisleiters entfernt werden sollten, scheuten sich die Eltern nicht, in einem Protestmarsch gegen die Kreisleitung die Wiedereinsetzung ihres Herrn und Heilandes in die Schulzimmer zu verlangen und durchzusetzen.

Gleich nach dem Kriege war durch den Flüchtlingsstrom die Schule überbelegt. Mit dem Abwandern der Heimatvertriebenen sank die Schülerzahl schnell. Nachdem jedoch die letzten Kriegsjahrgänge die Schule verlassen hatten, stieg die Schülerzahl wieder rapide an, sodass 1959 die Schule dreiklassig wurde. In dankenswerter Weise stellte H.H. Pfarrer Schweiger das Jugendheim als Klassenraum zur Verfügung. Da dieser Raum aber nur 30 Schülern Platz bot, war die Klassenbildung ein sehr schweres Problem geworden, das sich bald nicht mehr lösen ließ. Am 15. Oktober 1960 wurde in einer Bürgerversammlung die Gemeinde mit dieser Tatsache vertraut gemacht.

Schon am 30.12.1960 wurde der Bau eines Schulhauses mit einem Kostenvoranschlag von 280.000 DM beschlossen. Im September 1961 konten die Arbeiten vergeben und im Oktober noch mit den Arbeiten begonnen werden. Am 12. November 1962 wurde das Schulhaus eingeweiht. Erstaunlich dabei war, dass der Voranschlag unterschritten wurde, denn der gesamte Bau mit seinen Klassenräumen, Handarbeitsraum, Werkraum und Schulküche kostete einschließlich der Einrichtung DM 268.000. Dieser Neubau bildet die Voraussetzung für den Erhalt der Schule Schönberg.

Von der Dorfschule zum Schulverband

Der Volksentscheid über die „Christliche Volksschule“ war der Ausgangspunkt für die Neuregelung des Volksschulwesens in Bayern.
31.10.1968:
Die Mühldorfer Nachrichten berichten von der Planungskommission im Landkreis Mühldorf, bestehend aus Reg. Rat Hartl, Rektor Weiser, Waldkraiburg und Hauptlehrer Bömerl, Oberbergkirchen: „Vorgesehen sind 15 Schulverbände als Vollschulen, die zum größten Teil auch im Hauptschulbereich I und II einzügig geführt werden.“ Ein Antrag von Hauplehrer Rasch auf einen Alternativplan mit mehrzügigen Hauptschulen wird in einer Schulleiterversammlung verworfen.

Schönberg wird der Vollschule Oberbergkirchen zugewiesen. Der Kreis Vilsbiburg plant Schönberg zusammen mit Aspertsham, Irl, Lohkirchen und Oberbergkirchen einem Hauptschulverband Seifriedswörth zu. Von Schönberg aus geht ein Planungsvorschlag für elf Gemeinden aus dem Raum Neumarkt, der auf Errichtung von mehreren Grundschulsprengeln und einem Hauptschulverband für diesen Raum zielt.

09.07.1969:
Die örtliche Presse veröffentlicht die von der Regierung beschlossenen Neuregelungen.
Schönberg und Lohkirchen bilden zusammen einen Grundschulverband mit vier Klassen. Die Hauptschüler fahren nach Neumarkt St. Veit.
31.07.1969:
Alle Schulsprengel werden aufgelöst.
14.08.1969:
Der Grundschulverband Schönberg-Lohkirchen wid durch Veröffentlichung im Amtsblatt rechtskräftig gegründet. Die Schule Aspertsham wird dabei aufgelöst. Nach kurzer Anlaufzeit läuft der Schulbetrieb mit je zwei Klassen in Schönberg und Lohkirchen reibungslos.
Sept. 1979:
Die Gemeinde Egglkofen ist über das vertragswidrige Verhalten der Stadt Neumarkt empört und möchte sich dem Schulverband Schönberg anschließen.
Jan. 1980:
Elternbeiräte und Gemeinderäte der drei beteiligten Gemeinden stimmen dem Plan zu, gemeinsam eine Grund- und Teilhauptschule I zu bilden, nachdem die rückläufigen Schülerzahlen den Bestand von vier Jahrgangsklassen in Schönberg gefährden würden. Der neue Schulverband würde immer genügend Kinder aufweisen.
22.01.1981:
Kultusminister Hans Maier spricht sich im kulturpolitischen Ausschuss des Landtags für den neuen Schulverband aus.
01.08.1981:
Die Regierung errichtet zum 01.08.1981 einen neuen Grund- und Teilhauptschulverband I für die drei Gemeinden Egglkofen – Lohkirchen – Schönberg.

Von Helmut Rasch, Lehrer und Rektor von 1951 bis 1990, Ehrenbürger der Gemeinde Schönberg

Schulgeschichte Zangberg

Schon seit jeher war die Schule in Zangberg ein Dauerbrenner. Zwar befand sich seit 1790 eine Schule in Zangberg, die Kosten gingen aber zu Lasten des jeweiligen Hofmarksherrn. Bis 1802 leistete sich Gräfin Wahl einen weltlichen Lehrer, dann mußte – bis 1828 aus Sparsamkeitsgründen – der jeweilige Schloßbenefiziat in Personalunion auch die durchschnittlich 60 Kinder unterrichten. Dies führte zu verschiedentlichen Mißständen, sei es, daß zu Zeiten des Grafen Taufkirchen der Schulunterricht oft ausfiel, sei es, daß das im Schloß gelegene Schulzimmer bei Abwesenheit des Gerichtsherrn verschlossen war, oder sei es, daß der Benefiziat, dem meist auch jede pädagogische Eignung fehlte, sich um bessere Pfründe umsah und nur jeweils kurze Zeit in Zangberg verweilte.

An dieser Situation konnte die junge Gemeinde in den Anfangsjahren mangels Kasse nichts ändern. Schloßherr war seit 1818 Franz Graf Deroy, der das Thronlehen Zangberg um 380.000 fl. Dotationskapitel erworben, am 3. Juni 1820 das Patrimonialgericht Zangberg (mit den Gebieten der ehemaligen Hofmarken Zangberg, Hauzenbergersöll, Binabiburg, Salmanskirchen, Vatersham, Oberbergkirchen, Wurmsham) errichtet und die Verpflichtung übernommen hatte, ein Schullokal sowie eine Lehrkraft zu stellen.

Das Schulproblem spitzte sich allerdings aufgrund der beschriebenen Unzulänglichkeiten zu, nachdem Jakob Asam, Sattler in Zangberg, 1826 die Amtsgeschäfte des vor Ende der Wahlperiode verstorbenen Vorstehers Johannes Radlbrunner weiterführte und 1827 durch Gemeindewahl selbst zum Gemeindevorsteher bestellt worden war. Zwar versah der Schloßkaplan Josef Riedl noch den Schuldienst, verließ jedoch bald Zangberg, um als Pfarrer in Sulzmoos tätig zu werden. Zangberg hatte 60 Werktags- und 24 Feiertagsschüler, aber keinen Lehrer. Jakob Asam fuhr zum Landrichter nach Mühldorf. Dort gab er zu Protokoll:
„Seit längerer Zeit ist das Benefizium in Zangberg nicht mehr besetzt und folglich auch kein Schulunterricht. Diesem wäre am besten abgeholfen, wenn ein weltlicher Lehrer angestellt würde, was vielleicht doch ausgeführt werden könnte, da die Gemeinden Zangberg und Weilkirchen einen gemeinsamen Schulsprengel ausmachten und auch Grundstücke vorhanden sein müßten, welche zur Dotation des Schuleinkommens in Zangberg bestimmt sind. Er bittet das Kgl. Landgericht die erforderliche Erteilung zur Fortsetzung des Schulunterrichts in Zangberg auf diese oder jene Art treffen zu wollen.“
Das Kgl. Landgericht reagiert bereits einige Monate später, aber auf seine Weise: Durch Signat wurde die Schule in Zangberg wegen Fehlens eines Schulbenefiziaten für geschlossen erklärt und die betroffenen Kinder in die Schulen nach Ampfing und Lohkirchen eingewiesen. 1829 berieten die beiden Gemeinden Weilkirchen und Zangberg über die Sicherstellung der Existenz eines weltlichen Lehrers und wollten sich dies 150 fl für einen Schulprovisor kosten lassen. Anton Schott, der Lehrerssohn, erklärte sich bereit, die Zangberger waren glücklich, bezahlten ihn gut, so schwer es ihnen auch fiel und hofften auf den Großmut des Schloßinhabers Graf Deroy. Aber die Sache zog sich hin. Graf Deroy starb, die nächste Gemeindewahl stand an (1830).
Parallel dazu ging unter Christian Jetztlsberger als Lehrer die Zahl der pflichtigen Werk- und Feiertagsschüler zurück, weshalb sich der von den Gemeinden garantierte Betrag erhöhte. Die Kosten des Schulbesuchs (pro Kind 1 fl. 36) waren von den Eltern mit mehreren Kindern praktisch nicht mehr aufzubringen.
„Diese Not“ – schrieben Jakob Zelger und Lorenz Schmid im März 1831 – „dieses Mißverhältnis drückte so schwer auf uns, daß es uns die untertänigste Bitte an das Kgl. Landgericht abzwingt, uns zu einer Addition aus dem Kreisschuldfond für den Lehrer gnädigst zu verhelfen… und verharren in tiefer Untertänigkeit“.
Mit der Ära Geldern geht auch das Schulproblem in eine neue Runde.

Karl Theodor Graf Geldern-Egmont, erschien am 4. März 1840 in Zangberg und ließ wissen, er sei der Käufer und neue Eigentümer des Gutes, alles gehörte jetzt ihm. Da er kein Recht mehr über Grundholden ausüben konnte, wurde er nur Besitzer des „Landgutes“, des Bräuhauses und der Ökonomie.
Geldern wollte vom Schulbenefizium, das er zu tragen hatte, nicht allzuviel wissen und beabsichtigte sogar, die Benefiziatenwohnung abzubrechen, wogegen die Kirchenverwaltung Zangberg (Pfarrer Mittermayer, Georg Gross, G. Söll, Franz Lang) 1842 Protest einlegte. Die Schulgemeinde wäre durch den Verkauf des Gerichtshaltergebäudes, in dem sich sowohl die Schulräume, als auch die Benefiziatenwohnung befanden, gezwungen gewesen, ein neues Schulhaus zu bauen und teuren Grund dafür anzukaufen. Geldern zog alles in die Länge, schrieb Briefe, verreiste, wollte weder zahlen noch reparieren und schon gar keine Schule bauen.
Sicherlich waren die Schulverhältnisse alles andere als erfreulich, wie ein Bericht der Schulinspektion St. Veit bereits 1841 zeigte: Das Schullokal sei düster, dumpf und ungesund. Es wäre das beste, es aufzulösen und nach Weilkirchen zu übersetzen, wo die Jugend wenigstens guten Religionsunterricht gewinnen würde. Von den Bemühungen um die Lösung des Schulproblems zeugte eine Planzeichnung für ein neues Schulhaus mit einer kleinen Baumschule, die zugleich einen Unterricht in Obstbaumkunde ermöglicht hätte. Graf Geldern interessierte die Schule weniger, dafür der Kommerz mehr, wie seine späteren Bemühungen um den Neubau des Bräuhauses Zangberg belegen. Es lohnte sich schon immer, auf das Bier und dessen kostengünstige Herstellung (zum Großteil Wasser) zu bauen, anstatt in Bildung zu investieren.

1895 stand – sozusagen als kommunaler Dauerbrenner – wiederum das Thema Schulplanung auf der Tagesordnung der beiden Gemeinden Zangberg und Weilkirchen. Während 1893/94 Bürgermeister Josef Braun (II) von Zangberg bei 82 Schülern und von „genügend Platz“ sprach, „so noch zwei Schulbankreihen gekauft werden“, war die Bezirksschulkommission 1899 anderer Meinung. Anläßlich einer außerordentlichen Visitation führte der Kgl. Kreisschulinspektor die eher mittelmäßigen Leistungen der Schüler a) auf die schlechte Rethorik des Lehrers, b) auf das Fehlen notwendigen Lehrmaterials, c) vor allem aber auf die schlechten räumlichen Verhältnisse zurück: Das Schulhaus hatte sich im Laufe der Zeit „vollständig durchfeuchtet“ und der Schulsaal war überbevölkert. Da im Boden der Hausschwamm nistete, empfahl das Kgl. Bezirksamt Mühldorf, „den Fußboden herauszureißen, mit Vitriol auszugießen und den Fußboden in Beton zu ersetzen“. Neben dem Innenausbau und der Trockenlegung sah ein weiterer Plan die Aufstockung des Schulgebäudes vor. Ein dritter Plan jedoch, der gar einen Neubau bedeutet hätte, ließ das Zangberger Schulhausproblem (1903 unter Bürgermeister Vogl) zu einem regelrechten Schulstreit ausarten. Aus Protest waren Ausschußmitglieder beider Gemeinden wegen eben dieses Neubaus zu Ausschußsitzungen nicht mehr erschienen und ließen sich auch von einer persönlichen Ladung, verbunden mit der Androhung einer saftigen Strafe von 5 Mark (mit Erhöhung bei Zuwiderhandlung auf 90 Mark), nicht schrecken.

Die im Durchschnitt bei 95 Schülern liegenden Besucherzahlen der Volksschule Zangberg zwangen ab 1920 zu Überlegungen bezüglich einer Erweiterung bzw. Teilung, der damit verbundenen Suche nach einem (Not)-Schulraum für diese 2. Abteilung und der Beschäftigung eines zweiten Lehrers (Fräulein). Die Regierung von Oberbayern war jedoch der Ansicht, daß ein etwaiger Schulhausneubau entsprechend den veränderten Verhältnissen einfacher zu gestalten sei, als das im Jahr 1914 verfolgte Projekt. Daraufhin fertigte man – wie schon öfters gehabt – neue Pläne an, die ebenfalls keine Chance auf Verwirklichung hatten. Am 1. März 1921 beschloß nämlich der für den Schulsprengel Zangberg zuständige verstärkte Gemeinderat (Bürgermeister Radlbrunner, Zangberg und Bürgermeister Reichl, Weilkirchen) in Erwartung hoher Kosten (500.000 Mark) den Plan weder auszuführen noch zu ändern. Auch das Erzbischöfliche Ordinariat in München sah am 13.9.1921 keine Möglichkeit, von seiten des Klosters einen Platz für den Schulhausneubau bereitzustellen.
Daher verfiel der Schulsprengelausschuß auf den sog. „Schulhaustausch Zangberg“, d.h. den Tausch des bisherigen Schulhauses gegen das Haus Nr. 9 des Bäckers Engelbrecht in Zangberg (notarieller Tauschvertrag vom 18.4.1922). Für die Finanzierung des notwendigen Schulhausumbaues sahen die Schuldentilgungspläne des Schulsprengels die Aufnahme von Darlehen (Gemeinde Zangberg 1.150.000 Mark, Gemeinde Weilkirchen 2.350.000 Mark) zu 8 % Zinsen bei der Gewerbebank in Ampfing vor, die ab 1923 bis 1932 zu tilgen waren. Für Zangberg ergab sich daher eine jährliche Belastung von durchschnittlich 150.000 Mark. In Anspruch genommen wurden die Darlehen nur im Falle, daß Rechnungen zu zahlen waren.

Mit diesem Vorhaben gelang die Lösung des Schulproblems, das die Gemeinde über ein Jahrhundert beschäftigt hatte.

(Quelle: Auszug aus „Zangbergs Weg durch die Geschichte“ von Rudolf Angermeier)