Klosterkirche Zangberg feierte 150-jähriges Weihejubiläum

//Klosterkirche Zangberg feierte 150-jähriges Weihejubiläum

Klosterkirche feiert Jubiläum mit Generalvikar

Es war im Frühjahr 1862, als die Schwestern von der Heimsuchung Mariä aus Dietramszell das Schloss zu Zangberg kauften und es bereits im Sommer dieses Jahres besiedelten und in ein Kloster umgestaltet haben. Nachdem man sich die ersten Jahre auf die notwendigen Umbauten für das Mädchenpensionat und den Neubau eines Zellentraktes für die Schwestern konzentriert hatte, kam der Wunsch auf, die baufällige und zu kleine Schlosskapelle durch eine eigene Kirche zu ersetzen. Die Genehmigung für den Bau einer neuen Kirche am Kloster St. Josef wurde schließlich am 21. Dezember 1967 erteilt. Der Bau wurde sodann gleich für das kommende Jahr beschlossen, doch hatte man große logistische Herausforderungen zu bewältigen. Im damaligen Ökonomiegut des Klosters in Ziegelwalln bei Aschau brannten italienische Wanderarbeiter Ziegel aus Lehm und auch das benötigte Bauholz stammte aus den dortigen Wäldern. Dieses musste nun nach Zangberg gebracht werden. Allein mit klostereigenen Mitteln hätte der Transport von mehr als 232.000 Ziegelsteinen mehr als zwei Jahre gedauert und so bat man die Bevölkerung um Mithilfe und fand Gehör. Bauern aus der Umgebung von Ziegelwalln transportierten das Baumaterial bis Litzlkirchen und von dort wurde es von den Zangbergern, Weilkirchnern und Salmanskirchnern Landwirten abgeholt. Ein strenger Winter im Jahre 1868 erlaubt auch den Einsatz von Schlitten, was den Transport wesentlich erleichterte und so konnte im März bereits mit dem Bau begonnen werden. Bereits nach neun Monaten Bauzeit wurde der Kirchturm errichtet. Am 2. September 1869 fanden die vier Glocken ihren Platz im Glockenstuhl und schließlich wurde die Kirche am 4. Oktober 1869 dem Herzen Jesu geweiht. Das Gotteshaus wurde im neuromanischen Stil errichtet. Die stilprägende Ausstattung mit drei Altären, Speisgitter und Kanzel wich im Jahr 1965 der kirchlichen Erneuerung im Zeitgeist des zweiten Vatikanisches Konzils; aus heutiger Sicht für viele bedauerlich.

Das 150-jährige Weihejubiläum nahmen die ehrwürdigen Schwestern gerne zum Anlass für einen Festgottesdienst, der von Generalvikar Dr. Peter Beer gehalten wurde. Dieser folgte der Einladung gerne und bezog sich in seiner Predigt auf das Lukas-Evangelium über Zachäus, den Zöllner. Seine aktive Suche nach Christus und seine Läuterung seien ein Vorbild für die Kirche mit ihren aktuellen Problemen und einer ungewissen Zukunft. Dennoch bestehe Hoffnung und er wünschte sich auch in 150 Jahren noch eine aktive Gemeinde in diesem Gotteshaus. Nach der Messfeier nahm der Festzug auf dem Kirchenvorplatz Aufstellung und zog, von den Zangberger Bläsern und den Fahnenabordnungen der Ortsvereine angeführt, zum Ahnensaal. Bei einem Fass Bier und frischem Leberkäse gab es wieder viele Gespräche, die die gegenseitige Verbundenheit von Dorf und Kloster zum Ausdruck brachten.

Mit der Pfarrkuratie freuten sich die Schwestern von der Heimsuchung Mariä über den gelungenen Festtag.

(Bericht und Foto: Hermann Huber)

2019-11-04T10:06:34+00:00